Chronik des Jagdhornbläserkorps

Gruppenbild Jagdhornbläser Früher

Um der Pflege des jagdlichen Brauchtums gerecht zu werden, lud der Vorstand des Hegerings Vreden am 22. August 1969 seine Mitglieder zu einer Gründungsversammlung für ein Bläserkorps ein. Diese fand am 3. September 1969 um 20 Uhr in der Gaststätte Terrahe-Drügemöller statt.

Erschienen waren Hegeringleiter Heinrich Kisfeld, Geschäftsführer Dr. Hans Cohnen und einige interessierte Hegeringsmitglieder. H. Kisfeld erläuterte zunächst die derzeitige Sachlage und bedauerte, daß es im Hegering Vreden noch kein Bläserkorps gebe. Nach kurzer Besprechung zeigte sich Hermann Terhalle dann bereit, die Leitung eines Korps zu übernehmen. H. Terhalle hatte schon Erfahrungen im Jagdhornblasen von der Kreisgruppe her. Als Geschäftsführer wurde   Willi Gehling ernannt.

Jetzt konnte es losgehen. Jagdhörner wurden angeschafft, und der erste Übungsabend fand dann am 25. September 1969 im Saal der Gaststätte Terrahe statt. Anwesend waren HL Heinrich Kisfeld, Max Steinbrenner, Hermann Terhalle, Willi Gehling, Heinz-Bernhard Olbers, Josef Göring, Heinrich Tuinte, Johann Scholte van Mast, Heinrich Assing, Hans Leiking und Leo Leiking. Von jetzt an wurde wöchentlich geprobt und schon nach einiger Zeit erklangen die ersten Jagdsignale.

Ihr erstes Ständchen brachten die Bläser am 1. Dezember 1969 bei Dr. Alois Benneker zur Vollendung des

50. Lebensjahres. Der erste öffentliche Auftritt war dann am 17. Januar 1970 beim Winterfest des Hegerings mit dem Reiterverein Vreden.

Das Bläserkorps hatte eine Stärke von 15 Bläsern erreicht, einheitliche Hemden und Krawatten waren angeschafft, und Korps und Ausbilder Hermann Terhalle konnten für ihre Darbietungen großen Applaus ernten.

Die erste traurige Pflicht hatte das Korps am 18. August 1970 bei der Beerdigung des bekannten Oberförsters a. D. Franz Wiesmann zu erfüllen. „Jagd vorbei" und großes und kleines „ Halali" schallten ihm als letzten Gruß über das offene Grab.

Mitte November 1970 wurden Trachtenanzüge und Jagdhüte angeschafft, und so konnte in einheitlicher Bläserkleidung aufgetreten werden. Auch draußen in den Jagdrevieren bei den Treibjagden erschallten die Jagdhörner, und dem erlegten Wild wurde durch Totsignale die letzte Ehre erwiesen.

In den vergangenen 20 Jahren blieb das Bläserkorps weiterhin aktiv im Sinne des jagdlichen Brauchtums. Im Jahre 1987 wurde aus Anlass des 80 jährigen Bestehens des Hegerings Vreden eine Hubertusmesse in der Pfarrkirche St. Georg gestaltet.

Im Herbst 1971 übernahm der Dirigent der Vredener Feuerwehrkapelle Georg Barenborg die weitere Ausbildung der Jagdhornbläser. Er achtete besonders auf das notengerechte Blasen und probte die ersten Jägermärsche ein. Als dann zum Jagdhornbläserwettbewerb des LJV Nordrhein-Westfalen aufgerufen wurde, fuhren 21 Bläser nach Schloß Berge in Gelsenkirchen, zeigten ihr Können in der Klasse C und erhielten die „Bronzenen Hornfesselspangen". Schon ein schöner Erfolg. Ihre „Goldenen Hornfesselspangen" errangen die Bläser dann beim Landeswettbewerb in Bad Oeynhausen.

Auch an den Kreisbläsertagen wurde jährlich teilgenommen, und schon zweimal konnte der Kreispokal erblasen werden. Leider legte der Korpsführer Hermann Terhalle im Frühjahr 1979 seinen Posten aus Altersgründen nieder; sein Nachfolger wurde Otto Gewers.

Anfang 1982 wurde dann Heinrich Assing zum Korpsführer gewählt.

In den folgenden Jahren nahm das Bläserkorps noch an zwei Landeswettstreiten teil, und zwar 1990 in Ahaus und 1992 in Gladbeck. Danach kam eine gewisse Wettbewerbsverdrossenheit, bedingt durch die für viele schon über 20-jährige Tätigkeit, bei den aktiven Bläsern auf. Im Jahre 1994 feierte dann das Bläserkorps sein 25-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass richtete das Bläserkorps den Kreisbläserwettstreit aus. Die Veranstaltung fand bei strahlend blauem Himmel im Vredener Stadtpark statt und wurde ein voller Erfolg.

In den folgenden Jahren gingen die großen Aktivitäten des Bläserkorps stark zurück. Auch der Zulauf an Jungbläsern war eher gering. Man beschränkte sich ausschließlich auf eigene bzw. hegeringsinterne Veranstaltungen. 2001 trat der langjährige 1. Vorsitzende Heinrich Assing aus Altersgründen von seinem Posten zurück. Als sein Nachfolger wurde Erich van den Berg gewählt.

Im Juli 2001 verstarb plötzlich und unerwartet das Gründungsmitglied und der Schriftführer des Bläserkorps Willi Gehling. Er war über 32 Jahre hinweg Schriftführer und Kopf des Bläserkorps. An dieser Stelle ihm nochmal ein herzliches Dankeschön – Willi, wir  werden dich nie vergessen.


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